<< Übersicht

Wahrnehmung eines archetypischen Potentials

Das mehrteilige Kunstwerk des Archetyps besteht aus 1 Skulptur, 1 Gemälde und 7 Zeichnungen

Die Bilder sind Situationen, die dem Anschein nach wenig miteinander zu tun haben, beinhalten aber ein und dieselbe psychische Skulptur (Struktur)

Ein Archetyp findet sich in Darstellungen wieder, die im Detail sehr voneinander abweichen können, ohne jedoch seine Grundstruktur aufzugeben.

Ein Archetypus und seine Dynamik

 

Madonna, Mutter mit Kind
oder die grosse Mutter

Diese Struktur offenbarte sich Peter Kalb,
als er sich selbst an Stelle des Kindes setzte
und feststellte, wie wunderbar sich das anfühlte.
Er erlebte die bedingungslose Liebe und empfand
eine tiefe Geborgenheit.

In der Folge stellte er fest, dass die Form, die er
aus dieser Körperhaltung herauslöste, unabhängig
war von der Darstellung der Madonna. Es konnte
genausogut Mutter, oder Vater mit Kind sein, oder
die große allumfassende Mutter Erde, die ihre
Kinder trug.

Die einzelnen Personen waren austauschbar und
setzte er seine eigene Mutter an Stelle der Madonna
und sich selbst auf den Arm, traten Emotionen und
Assoziationen auf, die geprägt waren von seinen
frühesten Kindheitserlebnissen, die im Unbewussten
verborgen waren.

Auf diese Weise erschloss sich ihm das Wesen und
die psychische Dynamik seiner Formen.
Madonna, Mutter mit Kind
oder die grosse Mutter

Liebespaar

Bei seiner tieferen Erkundung dieser Struktur
erkannte er, dass die Form noch in ganz
anderen Lebenssituationen, die gänzlich
unterschiedlicher Natur waren,
zu finden war.

Die Struktur fand sich auch in einem Liebes-
paar...

Hier z.B. die berühmte Szene in Casablanca

Hochzeitspaar

... sie wiederholte sich in der typischen Haltung
eines Hochzeitspaares.

Auch in dieser Situation geht es um Verantwortung
und Geborgenheit, also derselben psychischen
Dynamik, wie bei der Madonna mit dem Jesuskind,
allerdings in einem eher weltlichen Kontext.

Das ideale Familienbild


Der Inbegriff von Geborgenheit.
Stellen wir uns vor, das wir dieses Kind sind
und hinter uns unsere Eltern. Was für eine
schöne Vorstellung.

Leider löst dieses Bild oft ganz andere
Emotionen aus, je nachdem auf welche
Erfahrungen der Betrachter zurückblickt.

Der Tod begleitet das Leben


In den meisten Fällen löst dieses Bild extremes
Unbehagen aus.

Aber mit der Akzeptanz dieses Unvermeidbaren
beginnt das Leben angstfrei zu sein.
Bei Menschen mit Nahtoderlebnissen können wir
beobachten, welch großen Einfluss diese Erfahrung
auf die Psyche hat und mit welcher Lebenslust sie
von diesem Moment an wieder ihr Leben gestalten.

Das Konzept, Verantwortung zu übernehmen für
dieses Unvermeidbare, Geborgenheit zu finden
in der Akzeptanz des Todes, wiederholt sich auch in
diesem Bild, auch wenn uns die Anerkennung
dessen schwer fällt.

Lucy vor 3,2 Mio Jahren
(Annahme des aufrechten Ganges
Quelle: Die ersten Menschen)

Sensibilisiert für die Struktur entdeckte er in
dem Buch “Die ersten Menschen” eine
Abbildung von Lucy in der dargestellten
Körperhaltung. Man kann annehmen, dass
die Entwicklung so vonstatten ging und damit
auf das Alter dieser Struktur hinwies...

....die er in der Folge in Artefakten jeder
Epoche fand.

(Auszug). . . . . . . . . . . . 6000 v. Chr.
Fundort Catalküyük
Neolithisch

1100 v. Chr.
Fundort Ribe in Jütland
Die Winkinger

3000 v. Chr.
Fundort Kappadokien
sumerisch

Von der Fürsorge und dem besonderen
Engagement.
(Hier das Symbol für Tierschutz, der Panda)

Weiterführend löste er die Struktur von dem
rein menschlichen Aspekt und setzte es in
Beziehung zu einem Symbol.

Es könnte sich auch um Moses mit seinen
Gesetzestafeln handeln, oder um die
Schutzpatronin der Bergleute, Steinbrecher,
Feuerwehrleute und Architekten - die Hl. Barbara.
Auch in diesen Darstellungen findet sich immer
wieder die Struktur.

Anstelle des Kindes setzt der Mensch jene Dinge,
die ihm am Herzen liegen und denen seine Fürsorge
gilt, was auch immer es sein mag. Dadurch können
die Stellvertreter auch für gänzlich materielle Dinge
eingesetzt werden und entsprechende
Assoziationen auslösen.

Darstellung von Moses
mit den Gesetzestafeln

Hl. Barbara
Schutzpatronin der
Bergleute, Steinbrecher,
Feuerwehrleute und
Architekten mit dem
Symbol eines Bauwerkes

Die Möglichkeiten sind unbegrenzt
und so individuell, wie der Mensch selbst.

Einen Verletzten aus der Gefahrenzone,
oder die Braut über die Schwelle tragen.


An dieser Situation wird absolut deutlich,
wie entscheidend es ist, was ich zu der
Abbildung assoziiere. So sehr sich dieses
Bild von den anderen unterscheidet,
beinhaltet es dennoch die gleiche Form
und damit den gleichen Inhalt.

Die Fürsorge, die Verantwortung und
die Geborgenheit aus der heraus wir
handeln.

 

Die Skulptur, der unbewußte Archetyp.

 

Sie vereint alle Details in sich, so unterschiedlich
sie uns auch erscheinen mögen.
Lassen wir alle Illusionen beiseite, bleibt sie als
unveränderlicher und universeller Kern bestehen.

 

 

Seit Jahrtausenden geht es dem Menschen
darum, diesen Kern in sich selbst zu finden,
an dem er sich geborgen fühlt.

Er wird auch in Zukunft danach suchen.

Archetypen - Die Kunstwerke von Peter Kalb

von G. Bartulec

Seit über zwanzig Jahren ist Peter Kalb den abstrakten Formen unbewusster menschlicher Grundstrukturen auf der Spur, die sich ihm über die Körpersprache offenbaren. Der Leitgedanke seiner Arbeit ist die Suche nach dem, was den Menschen ausmacht, was ihn antreibt, was ihn überleben lässt, was ihn immer wieder aufstehen und weitermachen lässt. Es ist das Erfassen des immer Gleichen in der Vielfalt. Diese Faszination, wozu der Mensch fähig ist, begleitet nicht nur sein Schaffen, sondern sein ganzes Leben. Er ist ein Suchender, der sich mit den Möglichkeiten des Menschseins auseinandersetzt.

Die Skulptur reduziert ein umfassendes menschliches Konzept, des kollektiven Unbewussten, auf das Wesentliche und Unveränderbare und dennoch bleibt die Dynamik, die einen Archetyp auszeichnet, erhalten. Innerhalb dieses Konzeptes trifft der Mensch seine Entscheidungen, liegen seine Prägungen, seine Fähigkeiten und seine Hindernisse. Die Skulptur selbst zeigt den neutralen, oder auch ausgeglichenen Zustand eines Archetypus. Der Mensch bewegt sich, auf Grund seiner getroffenen Entscheidungen und Prägungen, die seine Psyche formen, zwischen den Extremen.

In den Gemälden eröffnen sich, zu der abstrakten Form (Skulptur), die verschiedenen Lebenssituationen und Körperhaltungen, die den gleichen emotionalen Inhalt haben, obwohl sie teilweise sehr unterschiedlicher Natur sind.
Die abstrakte Form macht es möglich verschiedene Erscheinungsformen dem gleichen Konzept zuzuordnen. So zeigt eine Mutter mit Kind die gleiche abstrakte Form, wie Mann und Frau bei der Trauungszeremonie, oder das Heraustragen eines Verletzten aus der Gefahrenzone.

Die Interpretation der Kunstwerke beginnt mit der emotionalen Reaktion des Betrachters.

Es gibt weitere 18